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was not to settle in a desert, but to live at ease, as an aristocracy of soldiers, drawing rent from a peaceful population of tenants" und er versuchte den Mangel von Beweisen für die Schonung der Überlebenden durch den Satz zu erklären:,,The calm of the conquered has been mistaken for the silence of the dead". Seebohms Argument hatte in der Hypothese, daß die Schwierigkeit, die Existenz des mittelalterlichen Landgütersystems zu erklären, nur durch den Ursprung im römischen Villa System, das nach seiner Auffassung die germanischen Einfälle überdauert haben sollte, gelöst werden könne, eine viel festere Grundlage.

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Unter den neueren Forscher haben F. W. Maitland und P. Vinogradoff sich namentlich gegen diese Hypothese Seebohms gewandt und eine andere Erklärung versucht, die darauf hinausgeht, daß sie die Entwicklung des Landgütersystems in sozialen und ökonomischen Kräften suchen, deren Wirksamkeit sich nachweisen läßt und die namentlich durch die skandinavischen Einfälle gefördert wurden (vgl. Maitland, Domesday Book and Beyond, Cambridge 1897, Essay 2; Vinogradoff, Growth of the Manor, London 1905).

Im allgemeinen sind die meisten Gelehrten seit längerer Zeit zu Auffassungen gekommen, die der von E. A. Freeman und W. Stubbs sich mehr nähern als der von Seebohm, und jetzt ist die Ansicht fast allgemein, daß die angelsächsischen Eroberungen destruktiven Charakter hatten, wenigstens bis sie den Severn und den Dee erreichten, und seit, nach der Trennung der Briten von Cumbria und Strathclyde und von West-Wales von denen von Wales, die Schonung für die Eroberer keine Gefahr mehr bot. Daß die römische Zivilisation tatsächlich in Britannien, entweder von keltischen oder germanischen Barbaren, vernichtet wurde, wird durch die archäologische Forschung und durch die merkwürdige Unkenntnis des römischen Britannien, die bei Gildas zutage tritt, bezeugt (vgl. F. J. Haverfield, The Romanization of Roman Britain, in: Proceedings of the British Academy Bd. 2).

§ 23. Daß die germanischen Eroberer nicht geringere Zerstörungswut zeigten als

die Pikten oder die Skotten wird nicht nur durch die Stelle in der Chronik bewiesen, die von der Erstürmung von Anderida (anno 491) spricht, und durch das Gedicht,,Die Ruine", das augenscheinlich dem 8. Jahrh. angehört (vgl. Grein, Bibliothek der angels. Poesie, 1857, I S. 248), sondern auch durch den ganzen Ton von Gildas, durch die Berichte über die Grausamkeit der sächsischen Piraten, die die Küste von Gallien angriffen (vgl. Apollinaris Sidonii Epist. VIII 6; MGH. Auct. Antiq. 8, 132) und durch die Wahrscheinlichkeit, daß, wenn die Eroberungen das Werk einer großen Zahl kleiner Banden waren, bei der geringen Stärke dieser Banden die Schonung der Einwohner gefährlich werden mußte. Und daß die Bevölkerung der eingenommenen Distrikte vorwiegend germanisch wurde, scheint durch den germanischen Charakter der Ortsnamen, die Sprache und die Einrichtungen des angelsächsischen England bezeugt zu werden.

§ 24. Es fällt namentlich auf, daß die Briten ihr Christentum nicht den Erobern übermittelten, denn wenn die britische Kirche in den eroberten Distrikten weiterbestanden hätte, so wäre es sehr wahrscheinlich, daß, da die Religion der Eroberer weder durch ein festes Dogma noch durch einen hochorganisierten Priesterstand geschützt wurde, eine Religion der Propaganda wie das Christentum bald die Oberhand gewonnen hätte. Man kann also nur annehmen, daß, wenngleich einzelne Briten geschont worden sind, britische Gemeinden, die fähig gewesen wären, Einrichtungen und Gebräuche zu übermitteln, in der Regel vernichtet wurden.

Daß einzelne Briten auch in den früh eroberten Gegenden am Leben blieben, geht aus dem Weiterbestehen keltischer Flurnamen hervor. Ortsnamen wie Wallington (Wealinga tun) in Hertfordshire lassen vermuten, daß sporadisch ein britisches Dorf für sich in einem germanischen Distrikt bestehen blieb (vgl. W. W. Skeat, Place Names of Hertfordshire S. 49); aber es gibt doch nur sehr wenig Beispiele dieser Art von Ortsnamen, und die Namen der Dörfer in den zuerst besetzten Distrikten sind überwiegend germanisch.

§ 25. Es wird natürlich allgemein zugegeben, daß viele Briten während der späteren Eroberungen geschont wurden. Das geht für das spätere Vordringen der Westsachsen aus den Vorschriften der Gesetze von Ine hervor (vgl. z. B. Ine 23, 24, 32, 46, 74; Liebermann aaO. Bd. I S. 100, 102, 110, 120). Für einen westsächsischen Distrikt, dessen Bestimmung zweifelhaft ist, haben wir auch den Beweis durch die Verordnung über die Dun-sete (Liebermann, aaO. S. 374 bis 379). Und wo wir bestimmte Vorschriften über die gesetzliche Behandlung der Briten haben, wie in diesen beiden Dokumenten, da ist es sicher, daß die Überlebenden eine beträchtliche Anzahl ausgemacht haben müssen.

In der Regel stützt man sich auf das häufigere Vorkommen keltischer Ortsnamen als Hauptbeweis für ein ausgedehnteres Übrigbleiben der Kelten in den westlichen Distrikten, die von den Angelsachsen in der späteren Zeit der Eroberung besetzt wurden. Aber so unschätzbar diese Zeugnisse sind, so sind sie doch nur mit Vorsicht zu benutzen und leicht irreführend, namentlich wenn feste Schlüsse auf Grund von Verhältniszahlen gezogen werden.

Noch zweifelhafter sind Schlußfolgerungen, die sich auf das Vorwiegen von Weilern im Verhältnis zu Kern-Dörfern in den heutigen Karten oder in der Übersicht des Domesday-Buches stützen, und ebensowenig zuverlässig sind Schätzungen, die das Verhältnis zwischen,,geldhides" und field hides" im DomesdayBericht zugrunde legen (vgl. F. Baring: EHR. 14, S. 290-299).

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brünetten Typus zeigt eine bemerkenswerte Übereinstimmung zwischen den Gegenden, wo die tiefere Pigmentierung vorherrscht, und denen, wo keltische Ortsnamen überwiegen, obwohl man beachten sollte, daß das Auftreten eines brünetten Typus ähnlich dem von Wales in Hertfordshire und Buckinghamshire eine rätselhafte Ausnahme bildet. (Vgl. W. Z. Ripley, The Races of Europe, London 1900, Kap. 12; J. Beddoe, The Races of Britain, Bristol 1885.)

V. Verteilung der Bevölke rung. §27. Einige Angaben über die Verteilung der Bevölkerung in England (mit Ausnahme der nördlichsten Grafschaften) i. J. 1086 können aus dem Domesday-Buch gezogen werden, aber als genau sind sie aus folgenden Gründen nicht anzusehen. 1. Sie enthalten beträchtliche Lücken in der Aufstellung, die zum Beispiel keinen Bericht über so wichtige Städte wie London und Winchester gibt. 2. Einige der liberi homines und sochemanni, die im Nordosten so zahlreich sind, mögen mehrmals gezählt worden sein, wenn sie Ländereien an mehreren Orten und unter mehreren Lords besaßen (vgl. A. Ballard, The Domesday Inquest, London 1906, S. 144). 3. Den Statistiken haftet eine gewisse Unzuverlässigkeit an, weil es zweifelhaft ist, ob bei der Aufzählung der Servi, in allen oder in gewissen Distrikten, jedes Individuum gezählt wurde oder nur die Vorstände der Haushaltungen, wie das augenscheinlich bei der Aufzählung der meisten anderen Klassen der Fall war.

Diese letzteren Zweifel beeinflussen jede Berechnung über die Verteilung der Bevölkerung, weil liberi homines, sochemanni und servi sehr ungleichmäßig über das Land verteilt waren. Vinogradoff, das mag hervorgehoben werden, ist der Meinung, daß die Mitglieder der Familie eines Sklaven von der Zählung ausgeschlossen gewesen sein müssen (vgl. Vinogradoff, English Society in the II. Century, Oxford 1908, S. 463-64; F. W. Maitland, Domesday Book and Beyond, 2. Aufl., Cambridge 1907, S. 34).

§ 28. Wenn nun auch die Genauigkeit fehlt, so können doch einige Schlüsse aus dem gezogen werden, was Maitland nennt

"the crude method of dviding the number of acres comprised in a modern county by the number of persons who are mentioned in the survey of that county" (aaO. S. 19). Nach diesem Prinzip vorgenommene und auf den von Ellis (H. Ellis Introduction to Domesday Book, 1833, Bd. II S. 417-514) ermittelten Zahlen basierte Berechnungen zeigen, daß die Bevölkerung im Osten dichter war als im Westen. Lincolnshire, Norfolk und Suffolk enthielten augenscheinlich fast ein Viertel der ganzen Bevölkerung, nicht eingerechnet die vier nördlichen Grafschaften, die in der Aufstellung fehlen.

Maitland gibt an, daß die Quotienten, die bei Teilung der Äckerzahl durch die Personenzahl, die in dem DomesdayBuch erwähnt wird, sich ergeben, sich ungefähr folgendermaßen stellen: 46 für Suffolk, etwas mehr für Norfolk, 61 für Essex, 67 für Lincolnshire, zwischen 70 und 80 für die Grafschaften Bedford, Berkshire, Northampton, Leicester, Middlesex, Oxford, Kent und Somerset, und zwischen 80 und 90 für Buckinghamshire, Warwickshire, Sussex, Wiltshire und Dorset. "Devon, Gloucester, Worcester, Hereford", sagt Maitland, "are thinly peopled, Cornwall, Stafford, Shropshire very thinly".

Die Regel der Dichtigkeit der Bevölkerung im Osten verglichen mit der Spärlichkeit im Westen scheint für Surrey, Cambridgeshire und Yorkshire nicht zuzutreffen, aber diese Ausnahme kann für Surrey durch die ausgedehnten Heidestrecken, für Cambridgeshire durch die nicht ausgetrockneten Moore und für Yorkshire durch die Behandlung, die es i. J. 1069 von der Hand Wilhelms des Eroberers erfuhr, erklärt werden (vgl. Maitland aaO. S. 19—20, 402).

§ 29. Aus der Hufeneinteilung der

Distrikte für fiskalische Zwecke und ihrer Teilung in,,Hundreds", die mit der ökonomischen Entwicklung und der Bevölkerungsdichte in gewisser Beziehung stehen müssen, ließen sich vielleicht einige Schlüsse über die Verteilung der Bevölkerung für die Zeit vor der Regierung Wilhelms I. ziehen, aber sie sind zweifelhaft.

Die Hufenzählung im Domesday - Buch

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hat für diese Zwecke eine Fehlerquelle in der absichtlichen Reduzierung des Steueranschlages aus persönlicher Rücksichtnahme (,,beneficial hidation" nach Maitland), die in manchen Gegenden üblich war; aus dem Unterschied der DomesdayZahlen von denen der,,Northamptonshire Geld-Roll" und der "County Hidage" geht anderseits hervor, daß die Hufeneinteilung im Domesday- Buch, in einigen Fällen wenigstens, zeitlich nicht viel vor der Anfertigung des Buches selbst liegt (vgl. Maitland aaO. S. 456-57).

Die Teilung in "Hundreds" ist wahrscheinlich älter und könnte eher über die frühere Verteilung der Bevölkerung Aufschluß geben. Aber nach dem DomesdayBuch läßt sich die genaue Größe der "Hundreds" nicht einmal in den Bezirken bestimmen, für die eine Hufenzählung vorliegt, selbst im Südwesten nicht, wo die Zahlen des Exeter-Domesday eine besonders gute Unterlage bieten; in den nördlichen Bezirken vollends, wo der 'Hundred' von dem, was man im Süden darunter verstand, grundverschieden war, wäre eine Vergleichung gänzlich nutzlos.

Wendet man die einfache Methode an, die Zahl der Äcker der verschiedenen modernen Grafschaften, wie sie Maitland angibt (aaO. S. 400) durch die Zahl der Domesday 'Hundreds', wie sie Corbett schätzt (vgl. W. J. Corbett, The Tribal Hidage: Transactions of the Royal Historical Society, New Series, Bd. XIV S. 223-230), zu dividieren, so ergeben sich bis zur Unverständlichkeit verschiedene Quotienten, die weder einen Gegensatz zwischen der Seeküste und dem Landinnern, noch zwischen Ost und West ersehen lassen (vgl. W. Stubbs Constitutional History 5 Bd. I S. 106-108). Der Quotient ist zwar hoch für Devon und klein für Kent (vgl. Vinogradoff aaO. S. 101-102), aber er ist kleiner für Dorset als für Kent und höher für Essex als für Devon. Verglichen mit der Größe der modernen Grafschaften sind die 'Hundreds' zahlreicher in Somerset und Dorset als in Hampshire, Berkshire und Wiltshire; das Verhältnis der 'Hundreds' zu Äckern ist niedriger in Norfolk und Suffolk als in Cambridgeshire. Zwischen den Grafschaften von Huntingdon und

Bedford ist ein auffälliger Unterschied und ebenso zwischen Worcestershire und Gloucestershire. Auch wenn nun die Angaben hier weniger unsicher wären, so wäre noch die Frage zu lösen, ob die Größe der 'Hundreds' von der Verteilung der Bevölkerung im allgemeinen abhing oder nur von der Dichtigkeit oder Spärlichkeit der germanischen Siedler.

$30. Kehren wir von den 'Hundreds' des Domesday- Buches zu den Hufenzahlen der 'Tribal Hidage' zurück, so ergibt sich wieder jener auffallende Gegensatz zwischen Ost und West, der schon aus der Zählung der Be völkerung im Domesday-Buch hervorging. Wenn die Hwinca der,,Tribal Hidage" mit der Provinz der Hwiccas zu identifizieren sind und der Ausdehnung nach mit den heutigen Grafschaften von Worcester, Gloucester und Hereford sich decken, und wenn wir Corbett's Berichtigung von 10 000 statt 100 000 als Hufenzahl von Wessex (aaO. S. 204) akzeptieren, so ist klar, daß das Verhältnis der Hufen zu Äckern unendlich größer in Ost-Angeln und Kent und beträchtlich größer in Sussex und Essex ist als in Wessex oder in der Provinz der Hwiccas; und das bleibt selbst dann so, wenn die Äcker des heutigen Surrey denen von Kent zugezählt werden, und wenn nur Hampshire, Berkshire und Wiltshire als zu Wessex gehörig angenommen werden.

Aber diese Verallgemeinerungen sind doch nur mit Vorsicht zu verwenden. Der Zeitpunkt der,,Tribal Hidage" ist sehr unsicher, obwohl die Übereinstimmung zwischen ihren Zahlen für Sussex und den von Beda angegebenen (HE. IV 13) ver. muten läßt, daß die Einteilung aus einer sehr frühen Periode stammt, wenn nicht gar, wie Corbett annimmt, aus den Tagen der northumbrischen Oberherrschaft. Es sollte auch beachtet werden, daß, je später wir den Zeitpunkt der Tribal Hidage ansetzen, um so größer der Flächenraum, der Wessex zuzuweisen ist, sein muß, und um so kleiner das Verhältnis der Hufenzahl zur Gesamtzahl der Acres.

Es ist indessen nicht möglich, von starken Zweifeln loszukommen einserseits über die Richtigkeit der von Corbett für Wessex berichtigten Ziffer, anderseits über die Mög lichkeit, daß Unterschiede in der Hufen

einteilung sowohl durch verschiedenartige Behandlung verschiedener unterworfener Stämme als durch tatsächliche Unterschiede in der Verteilung von Reichtum und Einwohnern verursacht wurden.

In bezug auf die Hufeneinteilung der binnenländischen Distrikte, die sich nicht genau identifizieren lassen, ergibt sich offensichtlich ein großer Unterschied, wenn wir den Distrikt des Myrcnalandes, dem 30 000 Hufen zugewiesen werden, eher für identisch mit Mercia ansehen, als, nach der Hypothese von Corbett, mit Bernicia (vgl. H. M. Chadwick Studies on Anglo-Saxon Institutions, Cambridge 1905, S. 263—268). Eine andere Auslegung der „Tribal Hidage" nimmt die 30 000 Hufen von Myrcnalandes als Zusammenfassung der später in dem Dokument angegebenen Einzelsummen (vgl. J. Brownbill E. H. R. XXVII S. 625-648). Das würde das Verhältnis der Hufen zu Äckern in Mercien kleiner machen als in Ostangeln, Kent, Essex oder Sussex. Aber der Text der

Tribal Hidage" ist so verderbt und seine Erklärung so zweifelhaft, daß sich daraus keine sichern Schlüsse ziehen lassen. Die Hufenzahlen, die Beda angibt, sind zu vereinzelt, um eine Grundlage für irgendeine brauchbare Vergleichung verschiedener Distrikte abzugeben [HE. I 25: II 9; III 24; IV 13, 14 (16), 17 (19)].

VI. Größe und Form der Sie delungen. § 31. Über die Größe der englischen Dörfer und Einzelhöfe im II. Jahrh. gibt das Domesday-Buch einen gewissen Überblick. Aber, wie Vinogradoff ausführt (aaO. S. 265, 270), die Beweiskraft dieser Angaben wird durch folgende Möglichkeiten unsicher. 1. In Wald

distrikten kann ein beträchtlich großes Dorf, dessen Einwohner sich hauptsächlich mit Weide- und Waldarbeiten beschäftigten, im Domesday-Buch bloß als ein Einzelhof mit nur einem Pfluggespann erscheinen. 2. Eine große ländliche Organisation, die unter einem Namen geht, kann in Wirk│lichkeit aus verschiedenen Teilen bestanden haben.

Diese Zweifel sind indessen nicht schwerwiegend genug, um die Folgerung, die aus den im Domesday-Buch gegebenen Angaben gezogen werden kann, aufzu

heben. Es ist nämlich in gewissem Umfange möglich, die Schätzungen, die auf den Zahlen der Pfluggespanne basieren, durch die Zahl der Einwohner, die erwähnt werden, und durch die Ziffern der Hufen zu kontrollieren, und es scheint ferner wahrscheinlich zu sein, daß ein einzelner Ortsname auch meistens ein einzelnes Kerndorf ("nucleated Village", wie Maitland sagt) bezeichnet, denn "the record is careful to notice over and over again the subdivision of rural units".

Nehmen wir die Wahrscheinlichkeit, wie sie sich aus den Angaben ergibt, so ist die erste Tatsache, die sich aus ihr folgern läßt, die, daß "England was not given over to one particular system of settlement, although villages were more common than single farms or small hamlets in the greater part of the country" (Vinogradoff aaO. S. 264). Wir finden Einzelhöfe gelegentlich auch über die Ebenen von Yorkshire und Lincolnshire (aa0. S. 267) verstreut, wo weder das Vorhandensein einer von der Vernichtung verschont gebliebenen keltischen Bevölkerung noch der ökonomische Vorteil dezentralisierter Siedelungen, wie er in einem hügeligen Gelände sich ergibt, als Ursache der Erscheinung angesprochen werden kann. Und obwohl Einzelhöfe auch im modernen England (vgl. die Karten bei A. Meitzen, Siedelung und Agrarwesen, Berlin 1895, Atlas zu Bd. III, Karte 66 a; ferner Maitland aaO., Karte zwischen den Seiten 16 und 17) im Westen häufiger zu sein scheinen, so ist der Gegensatz doch nicht so scharf, wie er manchmal angenommen wurde. Sogar Meitzen gibt zu (aaO. VII 7 Bd. II S. 120): "Die Abgrenzung der Dörfer gegenüber den Einzelhöfen ist jedoch bei weitem nicht so schroff und durch keine so bestimmte Linie zu bezeichnen, wie in Frankreich und am Niederrhein". Und auch wenn der Gegensatz zwischen den Einzelhöfen des Westens und den Kerndörfern des Ostens ausgeprägter wäre, als er es tatsächlich ist, so würde es doch eine etwas freiwillige Annahme sein, in dem Vorwiegen der Einzelhöfe einen ethnologischen Zug zu sehen.

Der Westen ist im großen und ganzen ein hügliges Gelände, und es ist fraglos

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unbequem, ein weites Gebiet von einem einzelnen Zentrum aus zu bestellen, wenn Pflüge und Karren bergauf und bergab zu ziehen sind. Auch wurde der Westen von England spät erobert. Die angelsächsischen Siedelungen in diesen Gegenden fanden statt, als der britische Widerstand so weit gebrochen war, daß die Eroberer es als ungefährlich ansehen konnten, sich in Einzelhöfen anzusiedeln, wahrend vor diesem Stadium der Eroberung die Gefahr eines britischen Angriffes die Vorliebe für Kerndörfer verursacht haben mag.

Vermutungen darüber anzustellen, ob mit der Rasse zusammenhängende oder ökonomische oder politische Bedingungen die Art der Siedelung am meisten bestimmt haben, ist wohl in einigen Fällen möglich. Für Derbyshire ist wahrscheinlich das hüglige Gelände eine Erklärung für die Tatsache, daß, wenn man nur die “Villani” und "Sochemanni", die im Domesday- Buch erwähnt sind, rechnet (da sie ja den Hauptbestandteil der Bauern und der Bewohner der regulären Pachtgüter bildeten), nur 57 % der aufgenommenen Haushaltungen in Derbyshire in Dörfern von 12 oder mehr solcher Haushaltungen vorkommen, während in Essex die Ziffer 73 % erreicht (vgl. Vinogradoff aaO. S. 264-273). An den Grenzen von Wales anderseits ist es möglich, daß die Stammesgewohnheiten einer überlebenden keltischen Bevölkerung ein Überwiegen der Einzelhöfe bewirkt haben mögen (Vinogradoff aaO. S. 267). Anderseits würde es schwer sein zu sagen, ob die größere Sicherheit, die mit den späteren Siedelungen verbunden war, und daher die Schonung der keltischen Bevölkerung in den späteren und weniger auf Zerstörung ausgehenden Phasen der Eroberung oder die ökonomischen Bedingungen, die sich aus dem bewaldeten Gelände ergeben, die beste Erklärung für die Einzelhöfe, die im Süden und in den südöstlichen Teilen von Dorsetshire vorkommen, bieten (vgl. VCH.: Dorset: Bd. II, Karte bei S. 126).

Zusammenfassend ist zu sagen, daß noch viele genaue topographische Untersuchungen zu machen sind, bevor über die Ursachen der verschiedenen Arten der Besiedlung in England und über ihre Vertei

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